Wo die Hexen flogen: Mägdesprung

Am Vorabend jeden ersten Mais findet auf dem Brocken die Walpurgisnacht statt. Und dann erwacht der ganze Harz aus einem tiefen Winterschlaf und Touristen überschwemmen selbst die kleinsten Dörfer. Es gibt verschiedene Meinungen, woher die Sagen von den Hexen auf ihren Besen kommen. Viele davon gehen auf eine eigene Sagen-Kategorie zurück, die „Sprungsagen“.

Fährt man von Süden nach Mägdesprung sieht man auf der rechten Seite gleich ein altes Ferienheim und links eine alte Hütte. Beide warten offensichtlich auf neue Betreiber.


Am Fuße des Brockens liegt ein kleines Industriedorf namens Mägdesprung (sic!). Ein wunderschöner Name und ein einzigartiges Dorf. Es wurde laut Wikipedia erst am Ende des dreißigjährigen Krieges als Eisenhütte gegründet. Richtig erfolgreich wurde sie allerdings erst im 18. Jahrhundert. Da die beste Zeit für haushohe Hirschplastiken aus Eisenguss offensichtlich vorbei sind versinkt das Dorf wieder in der Vergessenheit.

Neben den alten Industrieanlagen gibt es ein leerstehendes Hotel in bester Zauberbergmanier. Eigentlich in einem guten Zustand sucht es nur nach einer engagierten Gruppe, die daraus einen Hackerspace machen und in der Eisenhütte vielleicht ein Schulungszentrum einrichten.

Wer, wie wir Milieustudien gerne betreibt, könnte sich das Dorf für den Hüttentag (18.8.2012) vormerken, der jedes Jahr im August stattfindet. Dann überfluten tausende das Dorf und können live erleben, wie Gussskulpturen hergestellt werden.

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