Archiv des Autors: reisende

Zum Astropeiler, zurück in die Zukunft

astropeiler

Passt nicht aufs Bild, weil zu groß: Das 25m-Teleskop.

Nach längerer Pause konnten wir Reisende uns endlich einmal wieder auf eine größere Rundfahrt durch Norddeutschland, Holland, Belgien und Westdeutschland machen. Auch wenn der eigentliche Anlass ein anderer war, wollten wir das sowieso-schon-tief-im-Westen-sein umbedingt nutzen, um eine der interessantesten Sites in Deutschland überhaupt zu besuchen: Denn mitten in der Eifel, mitten im Wald und dort zwischen kleinen Dörfern findet sich der Astropeiler. Auf einer Lichtung stehen dort zwei Radioteleskope, die seit mehreren Jahren von einer Gruppe ehrenamtlicher Helfer erhalten, restauriert, betrieben und dankenswerterweise auch der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden.

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Vor dem Konklave: Besuch im Kloster Chorin

Konnten wir nur aus der Ferne sehen: der Klosterhof mit den alten Gebäuden.

Konnten wir nur aus der Ferne sehen: der Klosterhof mit den alten Gebäuden.

In der Schorfheide, knapp eine Stunde nördöstlich von Berlin befindet sich eines der wohl schönsten Kloster in Deutschland. Umringt von hohen, alten Buchen liegt ein hügeliges Parkgelände, auf dem sich verschiedene Gebäude mit einer teilweise mehr als 800jährigen Geschichte verteilen – manche aufs schönste restauriert oder sehr gut erhalten, manche nur noch in Form von Ruinen, wie eine kleine Kapelle (oder etwas ähnliches in Kirchenschiffform). Das Kloster und der anliegende Amtssee sind zumindest brandenburgweit legendär, besonders für die ausführlichen Sommerkonzertreihen, aber auch für normale Kurzausflugszielqualitäten: es gibt dort sowohl einen Rundwanderweg als auch diverse Lokale – empfehlenswert finden die Reisenden die Alte Klosterschänke und deren Wildbraten mit Klößen – und Biergärten und zu allem Überfluss auch noch eine solarbetriebene Flossfähre namens Gertrud.

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Culture-Clash in Altreetz.

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Wenn das die freuwillige Feierwehr gegenüber wüsste: Hightech-Brenn-Stoff im Landwarenhaus Altreetz.

Vor ein paar Monaten haben wir auf einer unserer ersten Brandenburgreisen einen ausgesprochen netten Ort aufgetan: Altreetz, 2km hinter Neureetz, mitten im Oderbruch und vor allem berühmt für seinen kleinen Zoo. Der wurde während des Hochwassers 1997 spektakulär evakuiert und sorgte damit für tolle, emotionale Fotos und noch tollere Umfragewerte für alle Politiker, die in Gummistiefeln vor Ort waren und all die Anwohner und Helfer „unterstützten“.

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Schwedt sehen und weiterfahren.

Wenn man sich im Nationalpark Unteres Odertal verfährt, landet man mit etwas Pech in Schwedt, „einer der wohl trostlosesten Städte Ostdeutschlands“ (Quelle: Experte).

Wir haben hier keine urbane Bohème, also malen wir uns eine. Utopie auf Theater in Schwedt, Spielplan nach dem Klick.

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Biesenthal – Kunst am Bach

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Wieder in Berlin. Plötzlich wieder guter Kaffee, Menschen, keine Parkplätze, 24h-Supermärkte statt „tut uns leid, Essen ist alle, nächstes Restaurant in 20km, vielleicht haben die noch was“ (abends um halb acht, wohlgemerkt).
Kulturschock also. Was tun? Es bedurfte eines Ortes, der einen sanfteren Übergang bietet, also haben wir uns nach Biesenthal aufgemacht.
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Über Fichten – Wandern im Böhmerwald

In Prášily steht, auf der Dorfstraße in Richtung des Lackenberges, ein Stück Kunst. Ein paar schmale Zaunlatten halten dort Schilder mit Zitaten, zum einen vom Schriftsteller Josef Váchal aus den 30er Jahren, zum anderen vom derzeitigen Leiter des Tschechischen Touristenvereins. Beide beziehen sich auf den Umgang mit den dortigen Wäldern, der eine plädiert dafür, die Natur sich selbst zu überlassen, der andere für Eingriffe, für tourismusförderlichen Ausbau samt Notrufstationen und allem Pipapo. Die üblichen Positionen, aber deswegen gleich ein selbstgezimmertes Mahnmal?

Pfeil entgegen der Leserichtung: Jan Stráskýs Position scheint der Erbauer für wenig vorausschauend zu halten.

Klar scheint nur: Der Böhmerwald hat ein Problem. Oder eigentlich mehrere. Zum einen ist er fichtenlastig (denn Fichten wachsen schnell und ließen sich hervorragend nutzen, darum hat man sie hier im 18.jhd massenweise gepflanzt), zum anderen lieben Borkenkäfer Fichten (und sind darum massenweise dort eingefallen).

 

 

 

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Schöne böhmische Dörfer: Prášily

Ein rauschendes Flüsslein auf dem Weg nach Prášily. Lachse und Biber waren leider gerade aus.

Wenn man hinter der bayerisch-tschechischen Grenze in den Böhmerwald bzw. den Nationalpark Šumava hineinfährt, kann nach ein paar Kilometern holpriger Landstraße zwischen dichten Fichtenwäldern leicht der Eindruck entstehen, dass es dort unmöglich Menschen (außer Park-Rangern), Unterkünfte (außer vielleicht in der Ranger-Ranch, wo aber auch niemand zuhause war) und erst recht keine Siedlungen mit beidem geben kann. Und wenn man nach weiteren Kilometern schon aufgeben und sich doch in dem wenig attraktiven Tank-und-Amüsier-Grenzdorf einquartieren will, genau dann erscheint plötzlich hinter einer kleinen Steigung Prášily.

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Hofhalten in Hof

Ganz entgegen unserer Gewohnheiten hatten wir uns für Hof, das erste Etappenziel Richtung Böhmerwald, schon einen Übernachtungsort organisiert: ein nettes kleines Hotel hinterm Bahnhof, das sowohl mit Badewanne als auch selbstgebackenem Kuchen zum Frühstück aufwarten konnte. Drei Häuser weiter gabs sogar ein bißchen Rotlichtviertel, wie sich das für Bahnhofsgegenden so gehört – allerdings nennt man sich in Hof fein „Erotikdienstleistungscenter“.
Viel mehr gibt es von dort auch nicht zu berichten, abgesehen von der Tatsache, dass pünktlich zum Ende des DFB-Pokalfinales (das die Bayern bekanntlich haushoch verloren) ein scheinbar städtisch organisiertes Feuerwerk gezündet wurde. Sympathisch.

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In südlichen Breitungen

Standardbeschäftigung vieler Berliner, die diese ganze Nightlife-Sache ausführlich durchgespielt haben, scheint die Suche nach einem verlassenen Bauerhöfchen oder gleich Rittergut irgendwo im brandenburgischen Umland zu sein. Möglichst erreichbar natürlich, selbstverständlich in Sichtweite vom Badesee, mit Riesengrundstück (alter Baumbestand!) und zu einem Spottpreis.

Und da wir das – wenn auch eher aus Forschungsgründen – ebenfalls tun, sind wir vor kurzem über ein hübsches, ehemaliges Fachwerk-Pfarrhaus im Dörfchen Breitungen gestolpert. Leider nicht ganz so erreichbar und ohne Seeanschluss, aber als Vorwand für einen Ausflug in den Südharz war es hervorragend geeignet.

Die Autobahnfahrt kann getrost vernachlässigt werden, dafür sind die Landstraßen rund um Breitungen umso schöner: Die Gegend war mal bekannt für Obstanbau, speziell Kirschen; inzwischen ist alles wunderbar verwildert und im Frühjahr gibts zu den holprigen Landstraßen-Serpentinen üppigste Blütenpracht zu bewundern. Dazu noch feinsten Ausblick in klassisches Mittelgebirge samt Kyffhäuserdenkmal.

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Das Fachwerkhaus hinter der Kirche steht zum Verkauf, für 1€. Das Loch an der einen Seite ist allerdings doch so groß, dass es n dem gesamten ehemaligen Pfarrhaus recht zugig ist.

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Von wegen Texas.

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Bringt die Erde zum erzittern: ein "Vibratorfahrzeug".


Wir lieben ja Podcasts. Besonders die, die aus der Metaebene strömen, aber auch alles andere von Qualität. Sehr aufschlussreich war zum Beispiel ein dradio-Feature über seltene Erden, in dem unter anderem von der ersten Erdölbohrung der Welt berichtet wurde – die nicht, wie man erwarten würde irgendwo in Texas stattfand, sondern im niedersächsischen Dörfchen Wietze.

Unter anderem deswegen hat man dort prompt ein Erdölmuseum hingebaut, und praktischerweise waren wir eh in der Gegend.
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Wanderdüne zu Jüterbog

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Tschernobyl liegt im Berliner Hinterland!

Nahe Kloster Zinna gibt es ein spektakuläres Naturschauspiel zu bestaunen und -steigen: die legendäre größte Wanderdüne Brandenburgs. Mitten im Naturschutzgebiet Forst Zinna gelegen, wurde sie durch den nahegelegenen Militärübungsplatz reaktiviert und zieht jetzt unaufhaltsam gen Norden. Es ist also vermutlich nur noch eine Frage weniger Jahrhunderte, bis Berlin zwar nicht am Meer, aber zumindest an einem unfassbar feinen Sandstrand liegt. Oder eben darunter.

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